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Deutsch und Französisch in den Auseinandersetzungen zwischen Metz und Lothringen 1489–1492

Nikolaus Ruge


Seiten 25 - 48



Zusammenfassung: Zwischen 1489 und 1492 stehen sich die Republik Metz, freie Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs, und das Herzogtum Lothringen in einer Reihe militärischer und juristischer Auseinandersetzungen gegenüber. Da diese in der Nähe der germanisch-romanischen Sprachgrenze stattfinden, müssen die kriegführenden Parteien auf verschiedenen Ebenen mit Mehrsprachigkeit umgehen. So sieht sich die Metzer Kanzlei mit zahlreichen Fehdebriefen deutschsprachiger Metzer Gefolgsleute konfrontiert; da ihre Arbeitssprache Französisch ist, ist die Registratur deutschsprachiger Dokumente keine gewöhnliche Verwaltungsangelegenheit, sondern eine Frage der linguistischen Kompetenz (vgl. Metz AD EE 1). Ähnliche Problemlagen ergeben sich bei der Bearbeitung von Quittungen deutschsprachiger Söldner (vgl. Metz AD EE 17). Wenn es um die Beilegung des Konflikts durch ein Schiedsverfahren geht, ergeben sich weitergehende linguistische Herausforderungen. Da die Verhandlungen am Hof des Trierer Erzbischofs auf Deutsch geführt werden, müssen die zwei Delegationen, die im Wesentlichen aus Frankophonen bestehen, auf sprachliche Vermittler zurückgreifen (vgl. Jean Aubrion, Journal; Metz AM AA 53). Durch die genaue Untersuchung archivalischer und narrativer Quellen versucht die vorliegende Studie, die Strategien der Konfliktparteien zur Überwindung sprachlicher Hürden nachzuzeichnen.

Abstract: From 1489 to 1492, the Republic of Metz, free imperial city of the Holy Roman Empire, and the duchy of Lorraine face each other in a series of military and juridical conflicts. As those conflicts take place close to the German-Romance language border, the belligerant parties have to deal with bilingualism on various levels. For instance, the chancery of Metz is faced with numerous letters of defiance from German-speaking allies of Lorraine. As the chancery’s working language is French, the registration of germanophone documents is not merely a matter of administration, but of linguistic competence (cf. Metz AD EE 1). A similar problem appears with respect to proceeding receipts of German-speaking mercenaries (cf. Metz AD EE 17). When it comes to settle the conflict by arbitration, the linguistic challenge is taken even further. As the negotiations at the archbishop’s court in Trier are held in German, the two delegations, whose members are essentially francophones, have to rely on intermediaries (cf. Jean Aubrion, Journal; Metz AM, AA 53). By investigating closely both archival and narrative sources, this paper aims at retracing the strategies used by the conflict parties to overcome linguistic barriers.

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