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‚Scartabellando il manoscritto‘

Italienische komitative und elaborative Gerundio-Adjunkte in deutscher Übersetzung: Eine diachrone Pilotstudie

Lucia Assenzi


Seiten 149 - 177



Zusammenfassung: Im vorliegenden Beitrag werden die Wiedergabestrategien für italienische komitative und elaborative Gerundio-Adjunkte diachron in einem kleinen Korpus von deutschen Übersetzungen aus dem 17., 19. und 20. Jahrhundert untersucht. In der Studie wird diskutiert, inwiefern sich die Übersetzungslösungen für Gerundio-Adjunkte vom späten Frühneuhochdeutschen bis in die Gegenwartssprache verändert haben. Dabei werden wichtige Wandelerscheinungen im Ausdruck der Komitativität und Elaboration im Deutschen veranschaulicht, wie etwa die semantische Entwicklung des Subjunktors ‚indem‘ vom Background zur Komitativität und Elaboration; es wird außerdem festgestellt, dass der Ausdruck der Komitativität in der Präposition ‚bei‘ und in den davon abgeleiteten Konnektoren ‚dabei‘ und ‚wobei‘ ein sprachgeschichtlich neueres Phänomen darstellt. Der geringe Umfang des Korpus erlaubt darüber hinaus die genaue Analyse aller Einzelbelege; dadurch wird ersichtlich, dass die unterschiedliche Häufigkeit der einzelnen Wiedergabelösungen für Gerundio-Adjunkte in den untersuchten Texten oft nur aufgrund der stilistischen Sprachpräferenzen der Übersetzenden erklärt werden kann.

Abstract: This article presents a diachronic pilot study of the translation of Italian Gerundio-Adjuncts expressing Accompanying Circumstance (AC) and Elaboration in a small corpus of German translations from the 17th, 19th and 20th century. The study will show whether the translation strategies for these Gerundio-Adjuncts evolved between the last stage of Early New High German and today. Some important diachronic changes in the expression of AC and Elaboration in German will be highlighted, for example the semantic evolution of ‚indem‘ from expressing Background to AC and Elaboration. Moreover, the study shows that the preposition ‚bei‘ and the derived adverbs ‚dabei‘ and ‚wobei‘ have but recently begun to be used for expressing AC. Since the analysis was conducted on a small corpus, it was possible to conduct a precise qualitative examination of the single texts as well. This has brought to light the fact that the stylistic preferences of the translators are essential for explaining the different frequency of the strategies put in place to render Gerundio-Adjuncts in the analyzed texts.

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